Weitere Erlebnisse

Über einen Monat und ca. 1000 Mückenstiche später haben wir uns dazu entschieden mal wieder einen Blogeintrag zu schreiben.
Wir haben in diesem Blog die Ereignisse (in chronologischer Reihenfolge) kurz und knapp in einzelnen Abschnitten zusammengefasst:

Doppelter 15. Geburtstag:
Der 15. Geburtstag ist in Mexiko für die Mädchen sehr bedeutend, denn dann wird das Mädchen hier offiziell zur Frau. Zuerst gab es einen Gottesdienst, bei dem die Mädchen gesegnet wurden und jeweils ein Buch sowie Schmuck bekommen haben. Die meisten Anwesenden waren sehr festlich gekleidet. Die Geburtstagskinder jedoch am festlichsten, denn sie hatten hochzeitsmässige Kleider an. Die Haare waren schick frisiert und die Kleider bestanden aus einem Korsett, das in einem gigantischen Rüschenrock überging; das eine in rot, das andere in weiss.
Als Einstieg zur Feier gab es einen Tanz, welcher von den beiden Geburtstagskindern und einem Jungen vorgeführt wurden. Anschliessend bekamen die beiden Mädchen jeweils eine Puppe und hohe Schuhe. Die Puppen wurden während eines Liedes in den Armen der Mädchen gewogen, als Zeichen des erwachsen Seins (zudem soll dies die letzte Puppe sein, mit der sie gespielt haben). Die hohen Schuhe wurden ihnen angezogen, ebenfalls als Zeichen des erwachsen Seins.
Danach wurde die Musik aufgedreht viel gegessen und getanzt.

Tlaquepaque:
Zusammen mit drei Mädchen aus dem Wohnheim haben wir einen Ausflug nach Tlaquepaque, einem Marktgebiet in Guadlajara, gemacht. Dort gab es viele Strassenstände und Läden, durch die wir gestöbert sind.

Ausserdem haben wir Eis gegessen, Saft gerunken und sind einem ca. 1.60 m grossen Salamander, welcher auf dem Arm eines Mannes ruhte, begegnet. Anschliessend haben uns die Eltern einer der drei Mädchen zum Abendessen eingeladen.

Tequila:
Unser zweiter, grösserer Ausflug, war in der Stadt Tequila, zu welcher wir zusammen mit zwei Mädchen aus dem Wohnheim gereist sind. Nach 2 Stunden Busfahrt haben wir zuerst einmal eine Kirche besucht und uns anschliessend für eine Busrundfahrt durch die Stadt angemeldet.

Bei der Rundfahrt handelte es sich um eine Art Partyrundtour, bei der man unter Anderem eine Tequilafabrik und Anbaufelder besichtigt hat. Die Partyfahrten bestanden daraus, dass sehr laut Musik abgespielt, gesungen und getanzt wurde. Während der Tour wurden mehrere Male verschiedene Tequilasorten zum Probieren ausgeschenkt. Der erste Tequila, den wir probieren durften, hatte 55% Alkoholanteil.

Doch davor mussten wir Atemübungen machen (damit der Alkohol nicht sofort seinen Weg ins Gehirn findet 😉) und einen fünf minütigen Trinkspruch aufsagen. Nach der Tour sind wir noch durch die Stadt Tequila geschlendert und dann sind wir wieder nach Hause gefahren.

Unabhängigkeitsfest Mexiko:
«Notche Mexicanas», das ist der Unabhängigkeitstag in Mexiko. Den ganzen Tag hat man sich auf das Fest am Abend vorbereitet, welches auf dem Vorhof des Heims stattfand. Es wurde alles ausgeschmückt, man hat sich traditionelle Kleidung angezogen und ein kleines Rodeofeld wurde aufgebaut. Auch wir haben traditionelle Kleidung (lange, orangene Röcke) zum anziehen bekommen.

Als Einstieg wurde eine militärische Vorführung präsentiert, bei der eine Person die Flagge Mexikos geführt hat und danach wurde Beispielsweise «Viva la mañana (Lebe der Morgen) … Viva la libertad (…die Freiheit) … Viva la vida (…das Leben)» u.ä. ausgerufen. Und zum Schluss wurde dann ganz laut drei Mal «Viva México» gerufen.
Im Verlaufe des Abends wurde viel gegessen und Musik gehört. Ausserdem wurde «Die Reise nach Jerusalem» gespielt und als Abschluss des Abends, ein Rodeo- und Karaokewettbewerb veranstaltet.

Preescolar 1°

Die Preescolar 1° ist die Vorschule an der Helen Keller Schule (HKS) und dort unterstütze ich, meistens noch mit einer mexikanischen sehbehinderten Freiwilligen, eine Lehrerin.

Insgesamt besteht die Preescolar 1° aus sieben Jungen und (seit dieser Woche Donnerstag) einem Mädchen, jedoch konnte ich erst sechs von den Jungs kennenlernen sowie ist jeden Tag eine andere Anzahl an Kindern da.
Ich habe mal meine mexikanische Mitfreiwillige gefragt, was sie sehen kann und was nicht. Das Bild zeigt ungefähr, wie sie sieht:

Sie kann Menschen voneinander unterscheiden und sich im Raum orientieren, doch sie erkennt keine spezifischen Sachen.
Was gibt es für Behinderungen bei den Kindern?
Zu Zeit gibt es zwei Kinder, die etwas sehen können. Die Anderen sind vollkommen blind.

***

Morgens beginnt der Tag meist mit Kinderliedern, die den Kindern Anweisungen geben in die Hände zuklatschen, sich zu drehen oder ähnliches. Dadurch lernen sie neue Wörter und bestimmte Abläufe.

Danach wird dem Stundenplan gefolgt (Beispiel Tag):
Nach den Kinderliedern geht es zum Sport. Dort wird sich gedehnt, die Kinder laufen und hüpfen um die Wette; danach gibt es unterschiedliche Übungen mit Geräten. Beispielsweise laufen oder hüpfen sie über Matten, um ihr Gleichgewicht sowie ihre Orientierung auch auf wackeligem Boden zu trainieren; sie müssen Slalom laufen und über Hindernisse rüber krabbeln sowie wird ihnen beigebracht, wie man einen Ball (mit Glöckchen drinnen, damit sie diesen wiederfinden, wenn er wegrollt) prellt, rollt, wirft und passt. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden; hier ein paar:

Prellen: Bälle werden in kleinen Ringen (damit sie nicht wegrollen) im Raum verteilt. Die Kinder müssen sie finden, dann drei Mal prellen und danach wieder zurücklegen.
Rollen: Jeweils zwei setzten sich gegenüber voneinander und rollen sich den Ball zu. Oder sie müssen den Ball durch einen aufgestellten Ring rollen (einmal haben sie auch überdimensional großes Bowling gespielt) und lernen dabei auch zu zielen.
Werfen: Es wird durch ein Plastikring geworfen.
Passen: Durch einen Plastikring schießen.

Am Ende der Stunde wird alles wieder eingesammelt und zur Sportlehrerin gebracht.

Danach wird im Klassenzimmer an Materialien gearbeitet oder gemalt:
Einmal haben sie kleine Spielzeugdinosaurier aus Eis befreit, indem sie das Eis mit warmem Wasser geschmolzen haben. Sie mussten dafür einen Löffel benutzen, was für die meisten noch nicht so einfach ist.
Sie malen und bekleben die unterschiedlichsten Sachen, die sie dann auch mit nach Hause nehmen und sie arbeiten mit Materialien. Beispielsweise bekommen sie drei Schüsseln. Zwei sind leer und die Dritte ist mit Sand und getrockneten Erbsen gefüllt. Nun sollen sie mit einem Sieb die Erbsen in die Eine und den Sand in die Andere Schüssel füllen.

Oder sie bekommen Murmeln, die sie in einem Brett mit Löchern einsortieren sollen, Puzzles oder ähnliches.

Um 11 Uhr gibt es immer Frühstück (das sie sich selbst mitbringen) im Speisesaal. Dort helfen wir ihnen ihre Rucksäcke zu öffnen, ihr Essen und Trinken rauszuholen und aufzumachen sowie wärmen wir teilweise ihr Essen auf und helfen auch beim wiederverpacken und aufsetzen der Rucksäcke.
Danach geht es zum Spielen raus auf den Rasen, wo auch eine Wippe und ein Gerät zum Klettern steht.

Wenn die Spielzeit draußen vorbei ist, geht es noch bis Unterrichtsschluss in den Klassenraum und dort wird mit Lego gespielt, bis die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden.

***

Was gibt es noch an Unterricht?
Schwimmen:
Am Montag und Donnerstag gibt es für die Kinder Schwimmunterricht. Diese Woche war es wieder das erste Mal nach den Ferien und meine mexikanische Mitfreiwillige ist mit geschwommen, während ich den Kindern beim Umziehen sowie Eincremen und danach Duschen und wieder anziehen behilflich war. Donnerstags ist es dann andersherum, sodass ich mit den Kindern schwimmen gehe.


Musikunterricht: Jeden Dienstag bewegen sich die Kinder zu Klaviermusik und der Musiklehrer gibt Anweisungen, wie sie sich im Takt bewegen sollen.
Englischunterricht: Hier kommt extra eine Lehrerin, die englischunterrichtet. Die Kinder lernen bisher: „Hello“, „Good morning“, „How are you? – fine“, „Clap your hands“ usw.
Orientierung im Alltag (so nenne ich das jetzt einfach mal 😉): Die Kinder bekommen Schaumstoffstäbe oder Blindenstöcker in die Hand und sollen Plastikringe finden und diese dann an bestimmte Orte schieben oder sie lernen die Markierungen bzw. Hilfen am Boden zu nutzen und erkunden das Gelände mit den Stöckern. Allerdings klappt das noch nicht sehr gut, da sie, wenn der Stock auf ein Hindernis stößt, einfach weiterlaufen und somit entweder gegen Wände laufen oder von bzw. auf Treppen fallen. Aber sie Üben ja noch 😊! ~Annika


Meine erste Arbeitswoche an der Helen Keller Schule

Die erste Woche ist schnell vergangen und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht und viel Spannendes erlebt.

Nachdem sich die Schüler in der Halle klassenweise aufgestellt haben, werden sie von den Lehrpersonen begrüsst und es werden kleine Übungen gemacht, um die Aufmerksamkeit der Schüler zu erregen. Dann werden sie von den Lehrern zu den Klassenzimmern geführt. Auf dem Boden der Schule ist der Weg durch gelbe Streifen markiert, welcher den blinden Kindern bei der Orientierung helfen. Vor dem Klassenzimmer müssen sie dann ihre Rucksäcke ordentlich nebeneinander an die Wand stellen und ins Zimmer gehen, um dort dann die Stühle von den Tischen zu heben und sich zu setzen. Die Klasse, in der ich arbeiten darf, besteht aus insgesamt 10 Kindern (4 Mädchen und 6 Jungen). Die Kinder sind alle sehr verschieden. Während die einen vollständig blind sind, können die anderen noch ganz wenig sehen. Die Behinderungen sind unterschiedlich ausgeprägt.

Vor dem Frühstück, welches um 9:30 auf dem Pausenplatz statt findet, werden meistens Übungen bezüglich der Braille Schrift gemacht. Die Kinder lernen, ihren Nahmen auf einer Schreibmaschine für Blinde, oder auf Papier zu schreiben. Anschliessend werden die Blätter ausgetauscht damit die Schüler auch die Namen der anderen lesen können. Danach stehen die Kinder nacheinander auf und gehen zum Waschbecken, um ihre Hände vor dem Essen zu waschen, verlassen den Raum, holen ihre Tasche und gehen hinaus um dort zu essen. Nachdem sie gegessen haben, dürfen sie auf dem Platz spielen. Die Abtrennungen sorgen dafür, dass sie nicht in das Schwimmbecken fallen können.

Nach der Pause stellen sie ihre Tasche wieder vor das Zimmer und gehen erneut in den Klassenraum. Zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen, welches ungefähr um 13:15 Uhr serviet wird, ist das Programm sehr verschieden. An den ersten zwei Tagen wurden die Verhaltensregeln mit den Kindern besprochen. Zweimal haben wir auch die Bibliothek besucht, in welcher die Kinder versucht haben, die Brailleschrift zu lesen, oder der Lehrerin zugehört, wie sie ihnen eine Geschichte vorgelesen hat. Des weiteren bekamen sie Blätter, auf welcher ich mit Heissleim Früchte, Formen und Linien aufgetragen hatte, und mussten entlang der Kleberspur mit einer Stecknadel Löcher stechen oder Papierfetzen aufkleben, sowie mit Kleber Glitzer auftragen. Es war sehr interessant, zu sehen, wie präzise manche arbeiten konnten, während andere mit diesem Auftrag sehr zu kämpfen hatten. Auch gab es Momente, in denen sich die Kinder selber Beschäftigung aus den Schränken holen sollten, während die Lehrperson unterwegs war. Die Spiele trainieren hauptsächlich das Fingergespühr. In dieser Woche lag der Fokus des Unterrichts hauptsächlich auf diesen vier Themenbereichen.

Auch wenn es noch nicht ganz einfach ist, mit den Kindern zu kommunizieren, kann ich schon einen Teil von dem, was sie sagen, verstehen. So kann ich die Lehrperson schon ein bisschen unterstützen. Denn auch wenn die Klasse vergleichsweise klein ist, ist es sehr anspruchsvoll für eine Person. Die Kinder sehen nämlich nicht, wo wir sind, oder ob wir gerade mit einem anderen Kind aus der Klasse beschäftigt sind und so rufen sie so lange nach uns, bis wir ihnen unsere Aufmerksamkeit schenken.

Ausserdem habe ich die Aufgabe, die Kinder auf dem Weg ins Bad zu begleiten. Ich laufe hinter ihnen und sorge dafür, dass sie nicht in die Wand oder zu weit in eine Richtung laufen.

Um eins waschen sich die Kinder wieder ihre Hände, während ich mich mit Annika in der Küche treffe, um etwas zu essen und das Besteck bereit zu stellen. Dann kommen die Kinder in den Esssaal und setzen sich klassenweise an die Tische. Die Lehrpersonen stellen vor jedes Kind einen Becher, in welchem sich eine Gabel, ein Löffel und eine Serviette befinden. Sie müssen sich selber das Besteck korrekt hinstellen, während die Lehrpersonen und wir Freiwillige ihnen sagen, was sie wo hinlegen sollen: Den Becher auf 12 Uhr, den Löffel und die Serviette auf 3 Uhr, die Gabel auf 9 Uhr. Den Kinden werden drei Gänge serviert, nach jedem Gang müssen sie sich melden, dass man ihnen den nächsten bringt. Zum Schluss schenken sie sich dann noch (mit Hilfe der Lehrpersonen, da sonst alles daneben geht) etwas zu trinken ein, räumen den Tisch ab, säubern ihn und holen ihre Taschen. Sobald alle fertig sind, werden sie zum Eingang gebracht und von den Eltern abgeholt.

-Leah

Unsere erste Arbeitswoche

Eine neue aufregende, chaotische und auch anstrengende Woche liegt hinter uns und es wird wieder Zeit darüber zu berichten:

Um 7:40 Uhr gehen wir aus dem Haus und müssen dann auf den Bus warten, der im Zeitfenster von einer halben Stunde irgendwann auftaucht. Wir vertreiben uns immer damit die Zeit, den Straßenverkehr zu beobachten und versuchen verzweifelt heraus zu finden, was hier die Verkehrsregeln sind.

Im Bus beginnt dann unser Frühsport: dieser ist stark überfüllt und die Straßenverhältnisse sowie das Fahrverhalten des Busfahrers tragen dazu bei, dass man in alle Himmelsrichtungen katapultiert wird, wenn man sich nicht ordentlich festhält. Je nach Verkehr dauert unser Frühsport 20 bis 30 Minuten und danach werden wir von der Schulleiterin Elvia in einem Taxi mitgenommen, um die Fahrzeit zu verkürzen, somit kommen wir dann mehr oder weniger um 9 Uhr in der Schule an. Allerdings sind wir nicht die Einzigen, die bei Elvia mitfahren. Wir sitzen fast jeden Morgen zu viert unangegurtet auf der Rückbank (Taxifahrer und Elvia, die vorne sitzen, sind auch nur selten angeschnallt) und fahren mit teilweise bis zu 100 km/h über die Straße. Wir erleben interessante Manöver, die unter anderem dreispurige Fahrstreifenwechsel ohne Blinken beinhalten.
Wenn wir den Straßenverkehr beobachten, sehen wir entweder nur eine oder mehr als fünf Personen, die meistens nicht angegurtet sind sowie scheinen sich die Geschwindigkeitsbegrenzungen am Straßenrand eher auf die Fußgänger zu beziehen…

Aber genug von den Erfahrungen im Straßenverkehr.
Vor Unterrichtsbeginn versammeln sich Lehrer und Schüler in der „Sporthalle“.

Sporthalle

Um die Aufmerksamkeit der Kinder zu erregen, werden kurze Impulse gegeben, z.B. „Fasst eure Nase, Knie, Bauch, etc. an.“ und danach geht jede Klasse einzeln nacheinander in den Unterricht, bzw. werden sie von den Lehrern in ihre Klassenzimmer gebracht. Die Klassen bestehen nicht aus mehr als 12 Kindern.
Wir werden dann auch aufgeteilt (Leah: 3./4. Primar; Annika: Preescolar). Über die einzelnen Erfahrungen im Schulalltag wird in einzelnen Blogeinträgen berichtet, welche auf der Website unter „Blogeiträge“ (Leah: Meine erste Arbeitswoche an der Helen Keller Schule ; Annika: Preescolar 1°) zu finden sind.

In der Schule gibt es für die Kinder Schwimmunterricht, allerdings wird dieser wohl erst nächste Woche anfangen (bisher waren wir nur bis um zwei Uhr in der Schule. Wir nehmen an, dass an Tagen mit Schwimmunterricht sich der Tagesablauf ändert und wir bis um vier in der Schule sein werden).

Schwimmbecken

Außerdem haben die einzelnen Klassen zu unterschiedlichen Zeiten Frühstück, welches sie selber mitbringen (die älteren Klassen Frühstücken gemeinsam draußen, die jüngeren Schüler essen nacheinander im Speisesaal). Für die älteren gibt es später dann auch noch Mittagessen, welches Vorort gekocht wird.

Um eins treffen wir (Leah und Annika) uns wieder und dürfen ein kleines Mittagessen zu uns nehmen. Danach helfen wir den Lehrern, den Kindern Essen und Trinken auszuteilen und unterstützen die Kinder beim essen, trinken und sauber machen ihrer Plätze. Anschließend werden die Kinder von ihren Eltern abgeholt und von einem kleinen Bus der Schule zur nächsten Busstation gefahren. Neben den Schülern und Eltern dürfen auch Lehrer sowie wir mitfahren (von der Busstation aus können wir nur eine Buslinie nehmen, die alle Stunde fährt, jedoch taucht dieser auch noch nur in einem Zeitfenster von zwei Stunden auf). Auch hier sind die Mexikaner sehr effizient: so fahren wir teilweise zu 27. in einem Bus, der eigentlich für 13 Personen konzipiert wurde (auch hier gilt angurten, sogar ganz vorne, als überbewertet). Manchmal nimmt uns auch Elvia mit zurück und dann sind wir schneller, da sie uns an einer Busstation rauslässt, an der die Busse regelmäßiger fahren. So sind wir ungefähr zwischen drei und halb fünf wieder zuhause.

Unser Wohnheim

Das Studentenwohnheim, in dem wir leben, wird von Schwestern geleitet und bietet ausschließlich Mädchen einen Wohnort.
Das Gelände ist ummauert und teils mit Stacheldraht und Zäunen gesichert (so wie eigentlich alle Gebäude hier, die keine Geschäfte sind). Alle Mädchen müssen sich mit Uhrzeit und vollständigem Namen aus einer Liste aus- und auch wieder eintragen, wenn sie das Gelände verlassen und wieder betreten. Man kann kommen und gehen, wann man möchte, doch die Tür kann nur geöffnet werden, wenn das Mädchen, das gerade auf die rein- und rausgehenden achten muss, einen Summer betätigt, der die Tür öffnet. Außerdem gibt es auch mehrere Kameras inner- und außerhalb der Gebäude.

Es gibt drei Mahlzeiten pro Tag (alle warm, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist). Das Besteck muss sich jeder selber kaufen, denn es werden „nur“ Teller und Becher bereit gestellt. Nach jeder Mahlzeit wäscht jeder seinen Teller mit Wasser ab und danach werden diese in einer Maschine heiß abgespült. Das Besteck wird sofort anständig abgespült, in die jeweilige „Besteck-Tasche“ getan und für das nächste Essen bereitgelegt.

Speisesaal

Außerdem ist in der Küche der einzige Wasserhahn, aus dem man Wasser trinken kann. So muss man sich nicht immer literweise Wasser kaufen und spart auch noch Plastik dadurch, denn hier gibt es kein Pfandsystem.

In jeder Etage (drei Stück) gibt es einen Waschraum und dazu eine Möglichkeit seine Kleidung aufzuhängen.

Waschraum

Für Spülmittel und andere notwendige Utensilien, die man zum Waschen und Aufhängen benötigt, ist man selbst zuständig. Das Wasser und die Räume werden jedoch frei zur Verfügung gestellt.
Jedes Zimmer hat zwei Betten, Schränke, Schreibtische und ein kleines Bad, das aus einer Dusche und Toilette besteht. Das Waschbecken ist offen im Raum.
Leah und ich (Annika) teilen uns jeweils ein Zimmer mit einer Mexikanerin. Leahs spricht fließend Englisch, ist aber bisher nur wenig da gewesen. Meine kann nur ein paar Brocken Englisch, weshalb wir uns mit Händen und Füßen, Übersetzungen aus dem Internet und (von meiner sowie Leahs Seite aus [noch] brüchigem) Spanisch verständigen müssen. Doch bisher hat alles gut geklappt :).

Ein kleiner Sportplatz ist auch auf dem Gelände, allerdings parken dort die meiste Zeit Autos drauf. Es gibt jeweils zwei Fußballtore und Basketballkörbe.

Sportplatz

Leah und ich wurden nun schon öfters von ein paar Mädchen eingeladen, mit ihnen Fußballzuspielen, was wir gerne angenommen haben, doch es hat leider bisher nur zweimal geklappt :(. Dafür haben wir uns den Ball (ein etwas flauer Volleyball) ein paar Mal zu zweit ausgeliehen :).

Die Mädchen hier im Wohnheim (und nicht nur sie, sondern auch die Leute auf der Straße und in den Autos) schauen uns an und verstummen teilweise, wenn wir den Raum betreten. Es ist immer noch ein komisches Gefühl, so aufzufallen. Aber mittlerweile trauen sich immer mehr Mädchen uns anzusprechen und an ihren Tisch zu winken.
Schon in den ersten Tagen kam ein aufgewecktes Mädchen zu uns (die, die uns zum Fußballspielen eingeladen hat). Sie spricht nur spanisch und meinte, dass sie uns die Basics der spanischen Sprache beibringen wird :).
Bisher haben wir nur zwei getroffen, die gut Englisch sprechen, die anderen können entweder keines oder nur ein paar Wörter (auch haben wir bisher keine englischsprechende Schwester gefunden).

~Annika

Die ersten Eindrücke

Nun sind wir seit einer Woche hier und möchten erzählen, was wir bisher erlebt haben:

Eine Woche ist lang, aber auch irgendwie kurz… und dabei gehen einem irgendwann die Kleider aus ;P
Also haben wir uns erkundigt, wo wir unsere Wäsche waschen können.

Die Wäsche wird hier mit der Hand und kaltem Wasser gewaschen (auch zum Duschen steht uns nur kaltes Wasser zur Verfügung).

***

Helen Keller Schule

Gestern haben wir unsere Schule das erste Mal besucht. Mit dem Bus bräuchten wir ca. 2 Stunden, um dort hinzukommen, doch Elvia (Unsere Schulleiterin, welche fast volkommen blind ist) wird uns ab der Hälfte der Strecke mitnehmen, wodurch sich die Fahrzeit auf etwas mehr als eine Stunde verkürzt.
Die Helen Keller Schule liegt ausserhalb von Guadalajara und ist dementsprechend abgelegen. Da die Schule erst am 25. beginnt, waren nur die Lehrpersonen dort. Wir wurden herum geführt, den Lehrern vorgestellt und haben organisatorisches mit Elvia besprochen. Am Montag wird unser erster Arbeitstag sein und bis dahin dürfen wir noch fleissig Spanisch lernen.

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Am Abend wurde im Studentenheim eine Abschiedsfeier für eine Schwester gefeiert, welche nun auf Reisen geht. Statt dem normalen Abendessen gab es Hot-Dog, Kuchen und Götterspeise sowie Chips. Sie haben Video zum Abschied aus eigenen Aufnahmen zusammen geschnitten, Musik abgespielt, gesungen und teilweise auch getanzt.

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Ankunft- Die ersten Tage in Guadalajara

Vor ein paar Tagen sind wir in Guadalajara, Mexiko, angekommen. Seit gestern haben wir WLAN und können nun unsere ersten Eindrücke schildern.

Wir werden erst am Dienstag das erste Mal in die Helen Keller Schule gehen und uns dort alles anschauen. Da wir bisher kein Programm hatten konnten wir uns um einen Antrag für unser Visum und eine SIM Karte kümmern, die Gegend erkunden sowie die anderen Mädchen in unserem Wohnheim kennenlernen.

Bezüglich des Visums müssen wir noch auf eine Bestätigung warten (unser jetztiges Visum läuft nach einem halben Jahr aus, weshalb wir hier eines für ein ganzes Jahr beantragen müssen). Armando, unser Mentor, hat uns sehr dabei geholfen, die Unterlagen für das Visum zusammen zu bekommen und uns (Annika, Johannes*, Leah, Paul*) finanziellen Vorschuss gegeben, da nur eine der Bankkarten akzeptiert wurde bzw. funktionierte. Armando investiert sehr viel Zeit in uns und hilft uns bei allem möglichen, zeigt uns die Stadt und lädt uns, wie heute, zum Mittagessen zu sich nach Hause ein.

Nun haben wir auch eine SIM Karte und können von unterwegs kommunizieren. Die Frau, die uns die SIM Karte verkauft hat, war sehr zuvorkommend zu uns, was wir jetzt schon zum Glück sehr oft erlebt haben.

Ein Mädchen aus dem Wohnheim versucht uns fleißig Spanisch beizubringen und hat uns gesten Abend zum Fussball spielen eingeladen, was wir auch heute Abend wiederholen werden.

*Paul und Johannes sind auch hier in Guadalajara, aber in einem anderen Projekt (Ciudad de los niños).

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