Die Preescolar 1° ist die Vorschule an der Helen Keller Schule (HKS) und dort unterstütze ich, meistens noch mit einer mexikanischen sehbehinderten Freiwilligen, eine Lehrerin.

Insgesamt besteht die Preescolar 1° aus sieben Jungen und (seit dieser Woche Donnerstag) einem Mädchen, jedoch konnte ich erst sechs von den Jungs kennenlernen sowie ist jeden Tag eine andere Anzahl an Kindern da.
Ich habe mal meine mexikanische Mitfreiwillige gefragt, was sie sehen kann und was nicht. Das Bild zeigt ungefähr, wie sie sieht:

Sie kann Menschen voneinander unterscheiden und sich im Raum orientieren, doch sie erkennt keine spezifischen Sachen.
Was gibt es für Behinderungen bei den Kindern?
Zu Zeit gibt es zwei Kinder, die etwas sehen können. Die Anderen sind vollkommen blind.

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Morgens beginnt der Tag meist mit Kinderliedern, die den Kindern Anweisungen geben in die Hände zuklatschen, sich zu drehen oder ähnliches. Dadurch lernen sie neue Wörter und bestimmte Abläufe.

Danach wird dem Stundenplan gefolgt (Beispiel Tag):
Nach den Kinderliedern geht es zum Sport. Dort wird sich gedehnt, die Kinder laufen und hüpfen um die Wette; danach gibt es unterschiedliche Übungen mit Geräten. Beispielsweise laufen oder hüpfen sie über Matten, um ihr Gleichgewicht sowie ihre Orientierung auch auf wackeligem Boden zu trainieren; sie müssen Slalom laufen und über Hindernisse rüber krabbeln sowie wird ihnen beigebracht, wie man einen Ball (mit Glöckchen drinnen, damit sie diesen wiederfinden, wenn er wegrollt) prellt, rollt, wirft und passt. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden; hier ein paar:

Prellen: Bälle werden in kleinen Ringen (damit sie nicht wegrollen) im Raum verteilt. Die Kinder müssen sie finden, dann drei Mal prellen und danach wieder zurücklegen.
Rollen: Jeweils zwei setzten sich gegenüber voneinander und rollen sich den Ball zu. Oder sie müssen den Ball durch einen aufgestellten Ring rollen (einmal haben sie auch überdimensional großes Bowling gespielt) und lernen dabei auch zu zielen.
Werfen: Es wird durch ein Plastikring geworfen.
Passen: Durch einen Plastikring schießen.

Am Ende der Stunde wird alles wieder eingesammelt und zur Sportlehrerin gebracht.

Danach wird im Klassenzimmer an Materialien gearbeitet oder gemalt:
Einmal haben sie kleine Spielzeugdinosaurier aus Eis befreit, indem sie das Eis mit warmem Wasser geschmolzen haben. Sie mussten dafür einen Löffel benutzen, was für die meisten noch nicht so einfach ist.
Sie malen und bekleben die unterschiedlichsten Sachen, die sie dann auch mit nach Hause nehmen und sie arbeiten mit Materialien. Beispielsweise bekommen sie drei Schüsseln. Zwei sind leer und die Dritte ist mit Sand und getrockneten Erbsen gefüllt. Nun sollen sie mit einem Sieb die Erbsen in die Eine und den Sand in die Andere Schüssel füllen.

Oder sie bekommen Murmeln, die sie in einem Brett mit Löchern einsortieren sollen, Puzzles oder ähnliches.

Um 11 Uhr gibt es immer Frühstück (das sie sich selbst mitbringen) im Speisesaal. Dort helfen wir ihnen ihre Rucksäcke zu öffnen, ihr Essen und Trinken rauszuholen und aufzumachen sowie wärmen wir teilweise ihr Essen auf und helfen auch beim wiederverpacken und aufsetzen der Rucksäcke.
Danach geht es zum Spielen raus auf den Rasen, wo auch eine Wippe und ein Gerät zum Klettern steht.

Wenn die Spielzeit draußen vorbei ist, geht es noch bis Unterrichtsschluss in den Klassenraum und dort wird mit Lego gespielt, bis die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden.

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Was gibt es noch an Unterricht?
Schwimmen:
Am Montag und Donnerstag gibt es für die Kinder Schwimmunterricht. Diese Woche war es wieder das erste Mal nach den Ferien und meine mexikanische Mitfreiwillige ist mit geschwommen, während ich den Kindern beim Umziehen sowie Eincremen und danach Duschen und wieder anziehen behilflich war. Donnerstags ist es dann andersherum, sodass ich mit den Kindern schwimmen gehe.


Musikunterricht: Jeden Dienstag bewegen sich die Kinder zu Klaviermusik und der Musiklehrer gibt Anweisungen, wie sie sich im Takt bewegen sollen.
Englischunterricht: Hier kommt extra eine Lehrerin, die englischunterrichtet. Die Kinder lernen bisher: „Hello“, „Good morning“, „How are you? – fine“, „Clap your hands“ usw.
Orientierung im Alltag (so nenne ich das jetzt einfach mal 😉): Die Kinder bekommen Schaumstoffstäbe oder Blindenstöcker in die Hand und sollen Plastikringe finden und diese dann an bestimmte Orte schieben oder sie lernen die Markierungen bzw. Hilfen am Boden zu nutzen und erkunden das Gelände mit den Stöckern. Allerdings klappt das noch nicht sehr gut, da sie, wenn der Stock auf ein Hindernis stößt, einfach weiterlaufen und somit entweder gegen Wände laufen oder von bzw. auf Treppen fallen. Aber sie Üben ja noch 😊! ~Annika


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